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Hier nun der versprochene Textschnipsel zu Lichtgefährten Band 1 - Zusammenkunft: smile

 

 

"Auf einmal sah ich das kleine Glühwürmchen wieder. Mit einer schnellen Bewegung richtete ich mich auf und stieß gegen etwas. Jemand lachte leise vor sich hin. Ein sehr angenehmes, warmes Lachen.

Ich blinzelte und langsam ergab sich ein Bild. Ein Mann mit langem ebenholzfarbenem Haar und sehr blasser Haut saß neben mir und rieb sich die Stirn.

»Also wenn das zur Gewohnheit wird, müssen wir uns etwas einfallen lassen«, sagte er sichtlich amüsiert. »Aber wenigstens sind Sie bei Bewusstsein. Das ist schon mal ein Fortschritt.« Er lächelte und betrachtete mich ganz genau mit seinen sanftgrünen Augen.

Plötzlich war das Glühwürmchen wieder da. Eine kleine Taschenlampe, mit der er mir in die Augen leuchtete.

»Der Pupillenreflex ist etwas verzögert. – Aber das kann auch an dem leichten Beruhigungsmittel liegen, das ich Ihnen gespritzt habe.« Ich zuckte zusammen.

»Oh, keine Angst, es ist völlig harmlos. Es beschert erholsame Träume, weiter nichts«, erklärte er mir und augenblicklich wurde ich rot. Ich hatte wundervoll geträumt, nur das Aufwachen war grausam gewesen. Schnell blickte ich auf meine Hände. Der Verlobungsring steckte an meiner linken Hand und mein Ehering an meiner rechten. Es schien alles in bester Ordnung zu sein.

»Entschuldigen Sie, ich vergaß. Sind Sie überhaupt völlig orientiert? Wissen Sie, wo Sie sind und was passiert ist?«

Ich blickte mich um. Ich war in einer Bibliothek, einer sehr alten Bibliothek. Die in Leder gebundenen Bücher standen in kunstvoll geschnitzten Wandvitrinen aus dunklem Holz. Goldgemusterter, dunkelroter Brokatstoff bekleidete die Wände und zwischen den Buchvitrinen hingen wertvolle Gobelins und Ölgemälde. Die schweren Vorhänge vor den Fenstern waren zugezogen und an den Vitrinen seitlich befestigte Öllampen erleuchteten den Raum sehr zurückhaltend.

Ich lag auf einem der mit dunkelrotem Samt bezogenen Sofas, die um einen niedrigen ovalen Tisch standen, welcher mit verschnörkelten Einlagen aus Elfenbein kunstvoll verziert war.

»Haben Sie die Bücher alle gelesen?«, fragte ich und konnte den Blick nicht von den Kostbarkeiten nehmen.

»Ja, schon«, antwortete der Mann mit seiner angenehmen Stimme. »Aber das ist jetzt nicht wichtig.« Er griff vorsichtig nach meinem Arm, drehte mich wieder in seine Richtung und sah mich mit seinen leuchtenden grünen Augen eindringlich an.

»Können Sie sich an Nimroel und Marc erinnern und warum Sie hier sind?« Marc. Wie könnte ich den lieben kleinen Marc je vergessen. Und Nimroel. Bei der Erinnerung an ihn durchfuhr mich ein eiskalter Schauder. Und er war Kimaldor, König von Bathory.

Mit seinen warmen, rehbraunen Augen. Als ich ihn so sah, mit den süßen Sommersprossen im Gesicht und dem verwuschelten kastanienfarbenen Haar, schämte ich mich für mein Misstrauen. Und er sah richtig niedlich aus, in seinem Ritterkostüm.  »Welchen Ritter der Tafelrunde spielst du?«, fragte ich den Jungen schließlich. »Galahad? Gawein oder Parzival?« »Ich bin Marc, einfach nur Marc«, stellte er sich vor und blickte beschämt nach unten. »Ach, das wird schon. In der nächsten Saison spielst du bestimmt eine der Hauptrollen. Also für mich wärst du ein perfekter Parzival. Du hast dich wirklich ritterlich um mich gekümmert, ich danke dir.« Marc errötete und ein scheues Lächeln huschte über sein Gesicht. »Woher kennst du eigentlich meinen Namen?«, fragte ich nach und zu meiner Erleichterung übergab er mir meinen Rucksack. »Danke. Ich dachte schon, ich hätte ihn verloren. Ohne meinen Geldbeutel und das Rückfahrticket wäre ich aufgeschmissen.« Mir war jetzt schon viel wohler. In Marcs Gegenwart zitterte ich nicht mehr und mein Magen hatte sich auch beruhigt. Ich konnte ebenso gut in unserem Dorf zum Arzt gehen. »Also, ich danke dir vielmals. Du hast bestimmt noch viel zu tun. Proben, für die Aufführung heute Abend. Und mir geht es schon viel besser, ich fahre nach Hause.« Ich reichte Marc die Hand zum Abschied, doch zu meiner Verwunderung ließ er sie nicht mehr los. »Tut mir leid, Sara, aber ich kann dich nicht gehen lassen«, sagte er plötzlich bestimmt. »Ich habe den Befehl, dich zum Arzt zu fahren. Die Limousine wartet schon.«"

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© Patricia Vonier 2014 - 2018